Als Amy Jo Johnson, die Darstellerin von Kimberly dem allerersten Pink Ranger, ihre Rolle antrat, wusste sie noch nicht welche darstellerische Aufgabe sie zu erfüllen hatte. Denn der Feminismus ist natürlich überall und wird gerne in öffentlichen Medien ganz genau unter die Lupe genommen. Doch Saban hat anno dazumal den Charakter des ersten Pink Ranger durchaus ernst genommen. So präsentiert sich Kimberly als selbstbewusstes junges Mädchen, welches Sport betreibt, sich selbst verteidigen kann und auch in größter Not einen Ausweg findet. Aber Kimberly ist auch ein typisches Mädchen, mit all den ihnen zugesprochenen klischeebeladenen Eigenschaften. Kimberly shoppt sowie schminkt sich gerne und trägt schicke Kleidung, doch was Kimberly nicht ist, ist ein Entführungsopfer. Denn gerne wurden Mädchen vor allem in den frühen 90igern hauptsächlich zwecks Entführungen genutzt, um von den strahlenden Helden gerettet zu werden. Zugegeben der Pink Ranger wird doch einige Mal entführt und den Fans sind die hilfesuchenden “Tommy!” Rufe immer noch im Ohr, doch im Gegensatz zu vielen anderen Serien war dies durchaus ein großer Schritt für weibliche Charaktere im Fernsehen. Übrigens trotz der harten Kritik bezüglich der Gewalt, wurde dies von vielen Medien durchaus gelobt!
Doch warum hat ihre Gelber Ranger Freundin Trini diese Mädcheneigenschaften nicht? Liegt es daran das der Farbe Pink automatisch ein weiblicheres Standard-Mädchen-Verhalten angedichtet wird? Darüber kann spekuliert werden, vielleicht war es einfach nur Zufall und Saban wollte hier einfach nur einen ganz anderen Mädchentyp zeigen.
Als Amy Jo Johnson ihren Helm als Pink Ranger an den Nagel hängt, übernimmt Catherine Sutherland diese Rolle. Doch die Schauspielerin hatte eine fast unmögliche Aufgabe zu erfüllen, musste sie doch die überaus beliebte Kimberly ersetzen, was ihr laut diversen Interviews sehr schwer viel. Denn Kat, wie sie in der Serie heißt, ist vom Typ her ganz anders: blond, groß und eher zurückhaltend. Dennoch betreibt sie Sport und shoppt gerne, außerdem verliebt sie sich ebenfalls in Tommy. Kat war von der dritten Staffel “Mighty Morphin Power Rangers” bis hin zu “Power Rangers Zeo” und in der ersten Hälfte von “Power Rangers Turbo” der Pink Ranger.
Der nächste Pink Ranger war Cassie, von “Power Rangers Turbo” bis “Power Rangers In Space” wurde sie als hippes asiatisches Mädchen dargestellt. Etwas übermütig, singt gerne, träumt von der großen Karriere als Sängerin und verliebt sich in den völlig unbekannten Phantom Ranger. Eigentlich keine allzu große Rolle zugedacht, dies sollte sich jedoch in der nächsten Serienstaffel ändern. Den größten Sprung in der Evolution der Pink Rangers machte Kendrix in “Power Rangers Lost Galaxy”, denn hier wird der Pink Ranger als Wissenschaftlerin präsentiert: schlau, charismatisch und eine starke Persönlichkeit. Zudem kommt Kendrix ein tragisches Schicksal zuteil, wovon Fans noch heute sprechen. Als sie zusammen mit Cassie gegen den bösen Pink Psycho Ranger kämpft, verliert Kendrix dabei ihr Leben. So kommt nach dem unerwartenden Ende von Pink Ranger Kimberly (Lord Zedd entzieht ihr ihre Ranger Power), ein weiterer Pink Ranger in den Genuss von Dramatik. Karone übernimmt daraufhin in dieser Staffel die Power des Pink Galaxy Ranger und präsentiert sich als warmherzig, lebenslustig und offen, leidet jedoch sehr unter ihrer Vergangenheit als Astronema.
Dana ist der nächste Pink Ranger in “Power Rangers Lightspeed Rescue” und ist die Tochter eines Militärchefs. Dana ist kühl sowie streng, hat einen starken Charakter und vertritt ihre Meinung äußerst gerne. Ihr Traum ist es Kinderärztin zu werden, ein Traum den viele Mädchen haben dürften. Doch auch ihr kommt ein Modelvertrag dazwischen und trotz dieser militärischen Strenge wird gezeigt, dass auch Dana nur ein Mädchen ist, welches sich allzuleicht von Ruhm und Schöhnheit blenden lässt.
Der wohl bedeutendste Pink Ranger dürfte Jen sein. In “Power Rangers Time Force” ist sie nicht nur eine strenge Polizistin, sondern auch die Anführerin des gesamten Power Rangers Teams. Jen hat eigentlich nichts von einem typischen Mädchen, wie es bisher in den Staffeln präsentiert wurde, sondern sie konzentriert sich ganz auf ihre Aufgabe, den Mutantenschwerverbrecher Ransik wieder einzufangen. Ganz selten, jedoch in “Time Force” sehr zentral, wird die Liebe zwischen ihr und Alex präsentiert, welche sogar verlobt sind. Doch Jen verliebt sich in seinen Vorfahren Wes und der Zwist beginnt…
Nach Jens Einsatz mussten drei Staffeln ohne Pink Ranger auskommen. Erst in “Power Rangers S.P.D.” kommt Sydney als Pink Ranger vor: Schön, reich, selbstbewusst und eine starke Kämpferin. Mit Syd wird teilweise fast schon bewusst mit typischen Frauenklischees gespielt. So beschwert sich Syd bei einem Monster, dass es ihre neue Schuhe versaut hat. In “Power Rangers Mystic Force” ist die selbstbewusste Vida ein Pink Ranger, welcher die Farbe Pink eigentlich überhaupt nicht mag und total uncool findet, sich aber ihrer Ranger Farbe trotzdem hingibt. Vida ist DJ und wird ebenfalls selbstbewusst und stark präsentiert.
Ein neuer Charaktertyp kommt in “Power Rangers Operation Overdrive” vor, denn Rose ist ein Genie, arbeitet an der Uni und schreibt an ihrer Dissertation. Eigentlich das erste Mal, dass hier ein Pink Ranger schlauer ist, als alle anderen und an ihrer beruflichen Karriere als Genie bastelt. Der Kreis der Pink Ranger schließt sich hier, denn als nächstes steht bereits Mia von “Power Rangers Samurai” auf dem Plan und ihren Charakter kann in der Samurai Biografie nachgelesen werden.
Die Evolution der Pink Rangers hat viel durchgemacht und von jedem Charaktertyp ist etwas dabei. Ein Highlight dürfte sicherlich der Pink Time Force Ranger Jen sein, welche als Anführerin des Teams definitiv in die Geschichte der Power Rangers eingegangen ist. Ebenfalls sehr willkommen waren Kendrix und Rose, beide Wissenschaftlerinnen und Genies. Eines kann man jedoch nicht behaupten, nämlich das die Pink Ranger als schwaches Geschlecht dargestellt wurden, sondern eher als selbstbewusst, stark und kämpferisch. Typische Mädchenthemen wie shoppen, schminken oder nach Jungs Ausschau halten, durften hier nicht fehlen, aber das sind unserer Zeit zugeschnittene Themen und immerhin wurden diese auch ständig weiterentwickelt. Ein negativer Stempel kann den verantwortlichen Produzenten daher nicht aufgedrückt werden, ganz im Gegenteil, denn die Pink Rangers sind immer etwas ganz besonderes.
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